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Stromanbieter wechseln

Von Sabine Winter
13. Mai 2023

Warum es sich lohnen kann, den Stromanbieter zu wechseln

Strom ist ein Produkt, das sich bei allen Anbietern gleich verhält: Er kommt über dieselbe Leitung und denselben Zähler in Ihr Haus. Unterschiede gibt es vor allem beim Preis, bei den Vertragsbedingungen und bei der Herkunft des Stroms.

Gerade wer noch in der Grundversorgung ist oder seit langer Zeit denselben Vertrag hat, zahlt häufig mehr als nötig. Ein Vergleich zeigt Ihnen, ob es günstigere Angebote gibt. Allgemeine Hintergründe zum Stromanbieterwechsel finden Sie auch bei Wikipedia.

Portraitfoto von Sabine Winter

So läuft der Wechsel ab

Ein Stromanbieterwechsel ist für Privatkunden heute gut zu bewältigen. Halten Sie zuerst Ihre letzte Jahresabrechnung bereit. Darin finden Sie Ihren Verbrauch, Ihre Zählernummer und Ihren aktuellen Vertrag.

Mit diesen Angaben können Sie in einem Vergleichsrechner Angebote für Ihren Wohnort und Ihren Verbrauch finden. Haben Sie sich für einen Tarif entschieden, schließen Sie den neuen Vertrag ab. Der neue Anbieter übernimmt in der Regel die Kündigung beim bisherigen Versorger und die Anmeldung beim Netzbetreiber.

Ihre Stromversorgung wird während des Wechsels nicht unterbrochen. Der technische Wechsel selbst darf an Werktagen höchstens 24 Stunden dauern. Sollte etwas schiefgehen, beliefert Sie der örtliche Grundversorger im Rahmen der Ersatzversorgung weiter, höchstens drei Monate lang.

Worauf Sie beim neuen Tarif achten sollten

Damit der neue Vertrag zu Ihnen passt, sollten Sie diese Punkte prüfen:

  • Kosten: Vergleichen Sie den Grundpreis und den Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Entscheidend ist, was Sie über die gesamte Vertragslaufzeit zahlen.
  • Ökostrom: Wenn Ihnen der Umweltschutz wichtig ist, achten Sie auf Tarife mit Strom aus erneuerbaren Energien und auf anerkannte Prüfsiegel.
  • Vertragslaufzeit: Eine kurze Laufzeit hält Sie flexibel. Eine längere Laufzeit kann sinnvoll sein, wenn sie mit einer Preisgarantie verbunden ist. Die erste Laufzeit darf höchstens 24 Monate betragen.
  • Kündigungsfrist: Informieren Sie sich über die Kündigungsfrist, damit Sie später rechtzeitig wieder wechseln können.
  • Kundenservice: Bei Fragen zur Abrechnung oder bei Problemen hilft ein gut erreichbarer Kundenservice.

Typische Fehler beim Wechsel

Viele Vergleichsportale zeigen Tarife mit Neukundenbonus besonders weit oben an. Der Bonus wird oft nur einmal gezahlt. Rechnen Sie deshalb auch aus, was der Tarif ab dem zweiten Vertragsjahr kostet.

Seien Sie vorsichtig bei Tarifen mit Vorauskasse, bei denen Sie für einen langen Zeitraum im Voraus zahlen. Gerät der Anbieter in Schwierigkeiten, ist Ihr Geld unter Umständen verloren. Prüfen Sie bei einer Preisgarantie außerdem, welche Preisbestandteile sie tatsächlich umfasst. Häufig sind Steuern und Abgaben ausgenommen.

Preiserhöhung? So reagieren Sie

Kündigt Ihr Versorger eine Preiserhöhung an, muss er Sie vorher informieren. Sie können den Vertrag dann ohne Frist zum Zeitpunkt der Preisänderung kündigen, auch wenn Ihre Vertragslaufzeit noch nicht abgelaufen ist. Lesen Sie solche Schreiben deshalb genau und nutzen Sie die Gelegenheit, Ihren Stromanbieter zu wechseln, wenn es ein besseres Angebot gibt.

Es lohnt sich, Ihren Vertrag regelmäßig zu prüfen, etwa wenn die Jahresabrechnung kommt. So bemerken Sie früh, wenn Ihr Tarif teurer geworden ist.

Ähnlich funktioniert der Vergleich bei der Heizenergie. Wie Sie dabei vorgehen, lesen Sie in meinem Ratgeber Gasanbieter wechseln und Heizkosten senken.

Stromanbieter wechseln: Was Sie für den Vergleich brauchen

Für einen aussagekräftigen Vergleich benötigen Sie nur wenige Angaben: Ihre Postleitzahl, Ihren Jahresverbrauch in Kilowattstunden, Ihre Zählernummer und den Namen Ihres bisherigen Anbieters. Für den Vertragsabschluss kommt Ihre Bankverbindung hinzu.

Geben Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch an, keinen bloßen Schätzwert. Liegt dieser zu niedrig, wirkt ein Tarif günstiger, als er am Ende ist. Wer eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto nutzt, sollte prüfen, ob es dafür besondere Tarife gibt.

Umzug als Anlass für einen neuen Vertrag

Bei einem Umzug brauchen Sie für die neue Wohnung ohnehin einen Stromvertrag. Melden Sie sich nicht an, beliefert Sie zunächst der Grundversorger, oft zu höheren Preisen. Dieser Vertrag kommt automatisch durch den Stromverbrauch zustande und lässt sich mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Vergleichen Sie deshalb rechtzeitig vor dem Einzug die Angebote und schließen Sie den neuen Vertrag ab, bevor Sie einziehen.

Notieren Sie beim Auszug und beim Einzug den Zählerstand, am besten mit Foto. Prüfen Sie außerdem in Ihrem bisherigen Vertrag, welche Regelungen bei einem Umzug gelten. Nutzen Sie den Umzug für einen Vergleich: Für die neue Wohnung können Sie den Stromanbieter wechseln und sich gleich für ein passendes Angebot entscheiden.

Fazit zum Stromanbieter wechseln

Den Stromanbieter wechseln ist meist einfacher als gedacht und kann Ihre laufenden Kosten senken. Achten Sie dabei auf den Gesamtpreis ohne Bonus, eine überschaubare Laufzeit, faire Kündigungsfristen und den Umfang einer Preisgarantie. Vorauskasse sollten Sie meiden.

Wenn Sie Ihre Haushaltskosten insgesamt prüfen möchten, unterstütze ich Sie gern, zum Beispiel mit einem Policen-Check Ihrer bestehenden Verträge. Dabei prüfe ich auch, ob sich Beiträge senken lassen. Vereinbaren Sie einen Termin für Ihre persönliche Beratung.

Häufige Fragen zu Stromanbieter

In welchem Monat sollte man den Stromanbieter wechseln?

Einen bestimmten Monat, in dem ein Wechsel besonders günstig ist, gibt es nicht. Entscheidend sind das Ende Ihrer Vertragslaufzeit und Preiserhöhungen, die Ihnen ein Sonderkündigungsrecht geben. In der Grundversorgung können Sie jederzeit mit zwei Wochen Frist kündigen. Prüfen Sie Ihren Vertrag am besten, wenn die Jahresabrechnung kommt, denn dann kennen Sie Ihren aktuellen Verbrauch.

Welchen Stromanbieter sollte man nicht nehmen?

Meiden sollten Sie Anbieter, die Vorauskasse für viele Monate verlangen, denn bei einer Insolvenz ist Ihr Geld unter Umständen verloren. Vorsicht ist auch bei Tarifen geboten, die nur durch einen einmaligen Bonus günstig wirken. Achten Sie außerdem auf lange Erstlaufzeiten und auf Preisgarantien, die wesentliche Preisbestandteile ausnehmen. Einzelne Namen nenne ich bewusst nicht, weil sich Angebote laufend ändern.

Hat man automatisch Strom in der neuen Wohnung?

Ja, Strom fließt auch ohne neuen Vertrag. Wer Strom entnimmt, ohne einen Liefervertrag zu haben, wird automatisch vom örtlichen Grundversorger beliefert. Diesen Bezug müssen Sie dem Grundversorger unverzüglich mitteilen, am besten mit Zählerstand. Die Grundversorgung ist oft teurer, lässt sich aber mit einer Frist von zwei Wochen kündigen.

Wie lange dauert ein Wechsel des Stromanbieters?

Der technische Wechsel darf an Werktagen höchstens 24 Stunden dauern. Wie schnell Sie tatsächlich beim neuen Anbieter sind, hängt aber vor allem von der Kündigungsfrist Ihres bisherigen Vertrags ab. Aus der Grundversorgung kommen Sie innerhalb von zwei Wochen heraus. Eine Unterbrechung der Stromversorgung müssen Sie während des Wechsels nicht befürchten.

Worauf achte ich beim Vergleichsrechner für Strom?

Welches Vergleichsportal Sie nutzen, ist weniger wichtig als die richtigen Einstellungen. Lassen Sie Boni nicht in den Preis einrechnen, geben Sie Ihren tatsächlichen Jahresverbrauch an und filtern Sie auf Tarife ohne Vorauskasse mit Preisgarantie. Schauen Sie danach auf die Kosten ab dem zweiten Vertragsjahr. Ein zweites Portal lohnt sich, weil die Auswahl je nach Anbieter abweichen kann.

Lohnt sich ein Ökostromtarif?

Ein Ökostromtarif kann sinnvoll sein, wenn Ihnen die Herkunft des Stroms wichtig ist. Für die Energiewende bringt er nach Einschätzung der Verbraucherzentrale aber oft wenig. Wer einen zusätzlichen Nutzen möchte, achtet auf anerkannte Siegel wie das Grüner Strom Label oder das Siegel von EnergieVision, früher ok-power. Vergleichen Sie auch hier Grundpreis, Arbeitspreis und Vertragsbedingungen.

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