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Versicherungsmaklerin in Künzell bei Fulda

Gesundheit

Krankentagegeldversicherung

Von Sabine Winter
28. Oktober 2026

Foto: Pexels (öffnet neues Fenster)

Was ist eine Krankentagegeldversicherung?

Die Krankentagegeldversicherung ist eine private Versicherung gegen Verdienstausfall bei Arbeitsunfähigkeit. Sie zahlt ab einem vereinbarten Tag, der sogenannten Karenzzeit, ein festes Tagegeld für jeden Kalendertag der Krankheit. Das Geld können Sie frei verwenden, etwa für Miete, Kredite oder laufende Kosten im Betrieb.

Voraussetzung ist nach den üblichen Bedingungen, dass Sie Ihren Beruf vorübergehend gar nicht ausüben können. Schon eine teilweise Arbeitsfähigkeit kann den Anspruch ausschließen. Das unterscheidet das Krankentagegeld deutlich vom Schutz bei dauerhafter Berufsunfähigkeit.

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Wie groß ist die Lücke beim gesetzlichen Krankengeld?

Angestellte erhalten bei Krankheit bis zu sechs Wochen lang ihr Gehalt vom Arbeitgeber weiter. Danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld. Es beträgt 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts, höchstens aber 90 Prozent des Nettoentgelts.

Berücksichtigt wird Einkommen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat. Das Krankengeld ist 2026 deshalb auf höchstens 135,63 Euro pro Kalendertag begrenzt, vor Abzug der Sozialversicherungsbeiträge. Wer mehr verdient, verliert relativ mehr Einkommen.

Wegen derselben Krankheit zahlt die Kasse Krankengeld für höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Die Zeit der Lohnfortzahlung wird dabei mitgezählt. Die Differenz zwischen Krankengeld und gewohntem Netto schließt eine Krankentagegeldversicherung.

Krankentagegeldversicherung für Selbstständige

Hauptberuflich Selbstständige haben in der gesetzlichen Krankenversicherung nur dann Anspruch auf Krankengeld, wenn sie eine entsprechende Wahlerklärung abgeben. Ohne diese Erklärung und ohne private Absicherung fällt ab dem ersten Krankheitstag das Einkommen weg, während Kosten im Betrieb weiterlaufen.

Eine private Krankentagegeldversicherung lässt sich bei Selbstständigen früher beginnen lassen, zum Beispiel ab dem 4., 22. oder 43. Tag. Je früher das Tagegeld einsetzt, desto höher ist der Beitrag. Bei Angestellten beginnt es üblicherweise am 43. Tag, also nach dem Ende der Lohnfortzahlung.

Wer gerade ein Unternehmen gründet, sollte den Einkommensschutz früh mitplanen. Hinweise dazu finden Sie in meinem Beitrag zur Absicherung bei der Existenzgründung.

Krankentagegeld und andere Absicherungen im Vergleich

Verschiedene Leistungen werden leicht verwechselt. So unterscheiden sie sich:

  • Gesetzliches Krankengeld: 70 Prozent vom Brutto, höchstens 90 Prozent vom Netto, gedeckelt und auf 78 Wochen begrenzt.
  • Private Krankentagegeldversicherung: ein fest vereinbarter Betrag pro Tag, frei gewählte Karenzzeit, auch als Ergänzung zum Krankengeld.
  • Wahltarif Krankengeld der Krankenkasse: eine Option für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige.
  • Krankenhaustagegeld: zahlt nur bei stationärem Aufenthalt, nicht bei Krankheit zu Hause.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: zahlt eine Rente, wenn Sie Ihren Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben können.

Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitsschutz ergänzen sich. Das eine deckt vorübergehende Krankheit, das andere den dauerhaften Ausfall.

Wie hoch sollte das Krankentagegeld sein?

Maßstab für die Höhe ist die Lücke zwischen Ihrem Nettoeinkommen und dem, was Sie im Krankheitsfall ohnehin erhalten. Bei Angestellten ist das die Differenz zum Netto-Krankengeld, bei Selbstständigen oft das gesamte Nettoeinkommen. Fixkosten wie Miete, Kreditraten und Versicherungsbeiträge laufen in der Krankheit weiter. Die Stiftung Warentest zur Krankentagegeldversicherung nennt dieselbe Rechnung als Grundlage für die Tarifwahl.

Die Höhe vereinbaren Sie bei Abschluss. Eine Senkung ist in der Regel jederzeit möglich, eine spätere Erhöhung verlangt meist eine neue Gesundheitsprüfung. Sinkt Ihr Einkommen dauerhaft, sollten Sie das dem Versicherer mitteilen. Die Bedingungen regeln, wie das Tagegeld dann angepasst wird.

Der Beitrag richtet sich vor allem nach Alter, Beruf, Gesundheitszustand, Höhe des Tagegelds und Karenzzeit. Er läuft auch während einer Krankheit weiter und muss deshalb gut ins Budget passen.

Wann zahlt die Krankentagegeldversicherung nicht?

Die Krankentagegeldversicherung zahlt nicht, solange Sie Ihren Beruf teilweise ausüben können. Ebenso wenig zahlt sie in der Karenzzeit und während einer vereinbarten Wartezeit. Die allgemeine Wartezeit darf gesetzlich höchstens drei Monate betragen, besondere Wartezeiten etwa bei Schwangerschaft bis zu acht Monate.

Besonders wichtig ist der Übergang in die Berufsunfähigkeit. Nach den üblichen Musterbedingungen endet der Vertrag, wenn Sie in Ihrem Beruf auf nicht absehbare Zeit zu mehr als 50 Prozent erwerbsunfähig sind. Läuft gerade eine Arbeitsunfähigkeit, endet die Leistung spätestens drei Monate danach. Ohne Berufsunfähigkeitsversicherung kann dann eine Versorgungslücke entstehen.

Typische Fehler

  • Das Tagegeld wird nach dem Abschluss nie an ein steigendes Einkommen angepasst.
  • Die Karenzzeit passt nicht zu den finanziellen Rücklagen.
  • Gesundheitsfragen werden ungenau beantwortet.
  • Regelungen zu Schwangerschaft, Reha und Wiedereingliederung werden beim Vergleich nicht geprüft.

Krankentagegeld für privat Versicherte und Gutverdiener

Privat krankenversicherte Angestellte erhalten nach der Lohnfortzahlung kein gesetzliches Krankengeld. Für sie ist eine Krankentagegeldversicherung deshalb häufig Teil des Vertrags oder wird ergänzend abgeschlossen. Prüfen Sie, ob der Betrag noch zu Ihrem heutigen Einkommen passt, denn viele Verträge wurden vor Jahren abgeschlossen und nie angepasst.

Gesetzlich versicherte Angestellte mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze verlieren im Krankheitsfall besonders viel. Ihr Krankengeld ist gedeckelt, Gehaltsanteile darüber fallen ganz weg. Eine ergänzende Krankentagegeldversicherung ab dem 43. Tag gleicht diese Differenz aus und ist im Vergleich zu einem früheren Beginn günstiger.

Auch für Beamtinnen und Beamte gelten eigene Regeln, weil der Dienstherr die Bezüge weiterzahlt. Hier geht es eher um den Schutz bei Dienstunfähigkeit, den ich im Ratgeber zur Dienstunfähigkeitsversicherung erkläre.

Krankentagegeldversicherung: Ablauf der Beratung in Fulda

Damit eine Krankentagegeldversicherung passt, brauche ich belastbare Zahlen. In meiner Beratung gehe ich dafür Schritt für Schritt vor:

  • Ich ermittle mit Ihnen Nettoeinkommen, Fixkosten und Rücklagen.
  • Ich berechne die Lücke zum gesetzlichen Krankengeld oder, bei Selbstständigen, den gesamten Einkommensbedarf.
  • Ich stimme Karenzzeit und Tagegeldhöhe auf Ihre Situation ab und vergleiche passende Tarife.
  • Ich prüfe, ob Ihre Arbeitskraft auch bei dauerhafter Krankheit abgesichert ist, und verweise bei Bedarf auf den Ratgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Sie möchten wissen, wie groß Ihre Einkommenslücke im Krankheitsfall ist? Vereinbaren Sie einen Beratungstermin, ich rechne es gern mit Ihnen durch.

Häufige Fragen zu Krankentagegeldversicherung

Für wen lohnt sich eine Krankentagegeldversicherung?

Sie lohnt sich vor allem für Selbstständige, Freiberufler und privat versicherte Angestellte, die kein gesetzliches Krankengeld erhalten. Auch gesetzlich versicherte Angestellte mit höherem Einkommen profitieren, weil das Krankengeld gedeckelt ist. Wer hohe Fixkosten oder geringe Rücklagen hat, sollte den Schutz besonders prüfen.

Wann zahlt die Krankentagegeldversicherung nicht?

Sie zahlt nicht, solange Sie Ihren Beruf teilweise ausüben können, und nicht während der Karenz- und Wartezeit. Tritt Berufsunfähigkeit ein, endet der Vertrag nach den üblichen Bedingungen. Auch falsch beantwortete Gesundheitsfragen können den Schutz gefährden. Lesen Sie deshalb die Bedingungen vor dem Abschluss genau.

Wie hoch sollte eine Krankentagegeldversicherung sein?

Sie sollte die Lücke zwischen Ihrem Nettoeinkommen und den Leistungen schließen, die Sie bei Krankheit ohnehin erhalten. Bei Angestellten ist das die Differenz zum Netto-Krankengeld, bei Selbstständigen meist das volle Netto. Laufende Fixkosten sind dabei ein guter Prüfstein für die Mindesthöhe.

Was kostet eine Krankentagegeldversicherung im Monat?

Einen festen Preis gibt es nicht, der Beitrag hängt von Alter, Beruf, Gesundheit, Tagegeldhöhe und Karenzzeit ab. Ein späterer Leistungsbeginn senkt den Beitrag deutlich. Ich rechne Ihnen gern konkrete Angebote für Ihre Situation aus, statt mit Durchschnittswerten zu arbeiten.

Ist eine Krankentagegeldversicherung steuerlich absetzbar?

Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen können grundsätzlich als Vorsorgeaufwendungen in die Steuererklärung einfließen. Ob sich das bei Ihnen auswirkt, hängt von Ihrer gesamten Situation und den Höchstbeträgen ab. Lassen Sie das bitte von einer Steuerberatung prüfen.

Wie funktioniert die Krankentagegeldversicherung?

Sie zahlt ab einem vereinbarten Tag der Arbeitsunfähigkeit einen festen Betrag für jeden Kalendertag. Die Arbeitsunfähigkeit weisen Sie mit ärztlicher Bescheinigung nach. Das Tagegeld läuft, bis Sie wieder arbeiten können oder der Vertrag endet, etwa bei Berufsunfähigkeit.

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Sabine Winter
Aktualisiert: 28. Oktober 2026
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