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Gesundheit

Private Pflegeversicherung

Von Sabine Winter
16. April 2023

Foto: Pexels (öffnet neues Fenster)

Private Pflegeversicherung: Warum die gesetzliche Absicherung oft nicht reicht

Die Kosten für eine Pflege können schnell sehr hoch werden. Das gilt für die Pflege zu Hause durch einen ambulanten Dienst ebenso wie für einen Platz im Pflegeheim. Reicht die Unterstützung der Pflegekasse nicht aus, müssen Betroffene den Rest aus Einkommen und Vermögen bezahlen. Das belastet nicht selten die ganze Familie.

Hinzu kommt, dass Pflege oft über einen langen Zeitraum nötig ist. Die monatliche Lücke summiert sich so über Jahre. Eine private Pflegeversicherung kann diese Lücke verkleinern und Ihre Ersparnisse schonen.

Pflegekraft hält die Hände einer älteren Frau im Rollstuhl

So ist die gesetzliche Pflegeversicherung aufgebaut

Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung. Wer gesetzlich krankenversichert ist, ist automatisch in der sozialen Pflegeversicherung. Wer privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Beide Varianten zahlen die gesetzlich festgelegten Leistungen. Welche Leistungen Ihre Kasse darüber hinaus im Krankheitsfall übernimmt, lesen Sie im Ratgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Wie viel Sie im Pflegefall erhalten, hängt vom Pflegegrad ab, den ein Gutachter feststellt. Die Pflegeversicherung beteiligt sich an ambulanter und stationärer Pflege, an Hilfsmitteln und an Umbauten der Wohnung. Sie ist allerdings als Teilabsicherung angelegt und deckt die tatsächlichen Kosten in vielen Fällen nicht vollständig.

Von dieser Pflichtversicherung zu unterscheiden ist die freiwillige private Pflegeversicherung, auch Pflegezusatzversicherung genannt. Um sie geht es in diesem Ratgeber.

Pflegereform 2026: Was beschlossen und was geplant ist

Beschlossen ist bisher der Gesetzentwurf der Bundesregierung, noch kein Gesetz. Das Bundeskabinett hat das Pflegeneuordnungsgesetz am 30. September 2026 verabschiedet, Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen (Stand Oktober 2026). Die meisten Regeln sollen am 1. Januar 2027 in Kraft treten, einzelne 2028 und 2029. Alle folgenden Punkte sind deshalb geplant und können sich im Verfahren noch ändern.

Geplante Änderungen bei den Beiträgen

  • Der allgemeine Beitragssatz soll bei 3,6 Prozent bleiben.
  • Der Zuschlag für Kinderlose soll zum 1. Januar 2027 von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte steigen. Kinderlose zahlten dann 4,5 statt 4,2 Prozent.
  • Die Beitragsbemessungsgrenze soll wie in der Krankenversicherung 2027 bei 6.375 Euro im Monat liegen.
  • Ab 2028 soll für beitragsfrei mitversicherte Ehe- und Lebenspartner ein Zuschlag von 0,52 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen des Mitglieds anfallen. Ausnahmen sind vorgesehen, etwa bei einem Kind unter zwölf Jahren.
  • Auch für Minijobs sollen Pflegebeiträge gezahlt werden.

Geplante Änderungen bei den Leistungen

  • Die für 2028 vorgesehene Erhöhung der Leistungsbeträge soll entfallen. Ab 2029 sollen die Beträge jährlich steigen, orientiert an der Kerninflation.
  • Die Schwellenwerte für die Einstufung in einen Pflegegrad sollen ab 2027 leicht steigen. Wer bereits einen Pflegegrad hat, verliert ihn nicht allein deshalb.
  • In Pflegegrad 1 soll der Entlastungsbetrag wegfallen, dafür ist eine Pflegebegleitung vorgesehen.

Eine Kommission soll bis Ende Januar 2027 Vorschläge zur langfristigen Finanzierung machen, eine weitere Reform soll möglichst zum 1. Juli 2027 folgen. Für Ihre Planung heißt das: Die gesetzliche Pflegeversicherung bleibt eine Teilabsicherung. Steigen die Pflegekosten weiter, während die Leistungen 2028 gleich bleiben, wird der Eigenanteil größer.

Was kostet ein Pflegeplatz im Alter?

Die Kosten für einen Pflegeplatz unterscheiden sich stark. Sie hängen vom Standort der Einrichtung, vom Pflegegrad und von den individuellen Bedürfnissen ab. Neben den Pflegekosten fallen im Heim Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten an, die Bewohner selbst bezahlen.

Der Eigenanteil, der nach der Leistung der Pflegekasse übrig bleibt, kann einen erheblichen Teil von Rente und Ersparnissen beanspruchen. Aktuelle Werte für Ihre Region erfahren Sie bei der Pflegekasse oder direkt bei den Einrichtungen. Auch alternative Wohnformen wie betreutes Wohnen oder ambulant betreute Wohngemeinschaften sind eine Überlegung wert, weil sie oft günstiger sind als ein Heimplatz.

Welche Formen hat die private Pflegeversicherung?

Pflegetagegeldversicherung

Sie zahlt im Pflegefall einen vereinbarten Betrag pro Tag, gestaffelt nach Pflegegrad. Über das Geld verfügen Sie frei, etwa für einen Pflegedienst, für Angehörige, die Sie pflegen, oder für den Eigenanteil im Heim. Als private Pflegeversicherung wird diese Form häufig gewählt, weil sie flexibel ist. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zur Pflegetagegeldversicherung.

Pflegekostenversicherung

Sie erstattet nachgewiesene Pflegekosten, die nach der Leistung der Pflegekasse übrig bleiben, bis zu einer vereinbarten Grenze. Die Leistung ist an Rechnungen gebunden.

Pflegerentenversicherung

Sie zahlt im Pflegefall eine monatliche Rente und ist oft mit einem Sparanteil verbunden. Die Beiträge sind dafür in der Regel deutlich höher.

Daneben gibt es staatlich geförderte Pflegetarife. Wer mindestens 10 Euro im Monat einzahlt, erhält eine Zulage von 5 Euro monatlich. Diese Tarife nehmen Volljährige, die noch keine Pflegeleistungen beziehen, ohne Gesundheitsprüfung auf, dürfen aber eine Wartezeit von bis zu fünf Jahren vorsehen und bieten meist begrenzte Leistungen. In Pflegegrad 5 müssen sie mindestens 600 Euro im Monat vorsehen.

Worauf Sie beim Abschluss achten sollten

Eine private Pflegeversicherung ist umso günstiger, je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind. Prüfen Sie, ob der Tarif in allen Pflegegraden leistet und ob ambulante und stationäre Pflege gleich behandelt werden. Wichtig sind auch eine Beitragsbefreiung im Pflegefall, Wartezeiten und die Möglichkeit, die Leistung später ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

Lassen Sie sich außerdem erklären, wie der Tarif bei einer Pflege durch Angehörige leistet und ob es Einschränkungen bei bestimmten Erkrankungen gibt. Auch für eine private Pflegeversicherung können die Beiträge steigen. Planen Sie den Beitrag so, dass Sie ihn im Ruhestand noch bezahlen können. Hintergründe zum System bietet der Wikipedia-Artikel zur Pflegeversicherung in Deutschland.

Ist eine Versicherung gegen schwere Krankheiten sinnvoll?

Eine Versicherung gegen schwere Krankheiten, auch Dread-Disease-Versicherung genannt, zahlt eine einmalige Summe aus, wenn eine der im Vertrag genannten Erkrankungen eintritt, etwa Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das Geld können Sie frei verwenden, zum Beispiel für Behandlungskosten oder zum Ausgleich von Verdienstausfall.

Sie leistet allerdings nur bei den genau definierten Diagnosen und ersetzt keine private Pflegeversicherung. Ob sie für Sie als Ergänzung sinnvoll ist, hängt von Ihrer finanziellen Situation und Ihrer übrigen Absicherung ab. Auch dazu berate ich Sie gern.

Fazit zur privaten Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten. Wer sein Vermögen schützen und seine Angehörigen entlasten möchte, sollte frühzeitig über eine private Pflegeversicherung nachdenken. Welcher Tarif passt, hängt von Alter, Gesundheit und Budget ab.

Gern vergleiche ich mit Ihnen die Angebote und finde eine Lösung für Ihre Situation. Vereinbaren Sie einen Termin für ein persönliches Gespräch.

Häufige Fragen zu Private Pflegeversicherung

Ist die private Pflegeversicherung Pflicht?

Nein, die private Pflegezusatzversicherung ist freiwillig. Pflicht ist nur die Grundabsicherung: Wer gesetzlich krankenversichert ist, ist automatisch in der sozialen Pflegeversicherung. Wer privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Beide zahlen dieselben gesetzlichen Leistungen. Eine Zusatzversicherung kommt freiwillig hinzu, um die Lücke zu den tatsächlichen Pflegekosten zu verkleinern.

Wird die private Pflegeversicherung teurer?

Ja, Beitragserhöhungen sind möglich. Weichen die Rechnungsgrundlagen dauerhaft von der Kalkulation ab, etwa weil die Leistungsausgaben stärker steigen, darf der Versicherer die Prämie mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders neu festsetzen. Bei geförderten Tarifen ohne Gesundheitsprüfung hält die Verbraucherzentrale stärkere Steigerungen für wahrscheinlich. Planen Sie den Beitrag deshalb mit Reserve, damit Sie ihn auch im Ruhestand tragen können.

Wer zahlt das Pflegeheim, wenn der zu Pflegende kein Geld hat?

Reichen Einkommen und Vermögen nicht aus, übernimmt das Sozialamt über die Hilfe zur Pflege den fehlenden Teil. Vorher werden das eigene Einkommen und Vermögen und das des Ehepartners herangezogen. Kinder müssen für ihre Eltern erst zahlen, wenn ihr eigenes Jahresgesamteinkommen mehr als 100.000 Euro beträgt. Eine private Pflegeversicherung kann helfen, das Ersparte länger zu erhalten.

Was kostet eine Pflegezusatzversicherung mit 70 Jahren?

In diesem Alter ist der Beitrag deutlich höher als bei einem frühen Abschluss, eine feste Summe lässt sich aber nicht nennen. Er hängt von Tarif, Leistungshöhe und Gesundheitszustand ab. Viele Tarife verlangen eine Gesundheitsprüfung, und Vorerkrankungen können zur Ablehnung führen. Geförderte Tarife nehmen ohne Prüfung auf, solange Sie noch keine Pflegeleistungen beziehen, sehen aber eine Wartezeit vor. Ein Vergleich lohnt sich hier besonders.

Pflegetagegeld oder Pflegekostenversicherung: Was passt besser?

Für die meisten Menschen passt das Pflegetagegeld besser, weil Sie über das Geld frei verfügen. Es eignet sich auch, wenn Angehörige die Pflege übernehmen. Die Pflegekostenversicherung erstattet dagegen nur nachgewiesene Kosten gegen Rechnung. Die Pflegerentenversicherung zahlt eine Rente, ist wegen des Sparanteils aber teurer. Welche Form zu Ihnen passt, hängt von Budget und Pflegewunsch ab.

Was bedeutet die Pflegereform für meine private Pflegeversicherung?

Ihr privater Vertrag bleibt bestehen, die geplante Reform betrifft die gesetzliche Pflegeversicherung. Indirekt wirkt sie trotzdem: Die Leistungsbeträge sollen 2028 nicht steigen, und die Schwellen für die Pflegegrade sollen etwas höher liegen. Damit kann die Lücke zwischen Kassenleistung und Pflegekosten wachsen. Ob Ihr Tagegeld noch reicht und wie Ihr Vertrag an die Pflegegrade anknüpft, prüfe ich gern mit Ihnen.

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Gemeinsam ans Ziel mit einer ganzheitlichen, vertrauensvollen und lebensbegleitenden Beratung. Im persönlichen Gespräch erörtern wir Ihre Ziele und stecken den machbaren Rahmen dafür ab. Im Anschluss erhalten Sie eine maßgeschneiderte Strategie, mit der ich ein optimales Finanzkonzept für Sie erstelle und es Ihnen ausführlich vorstellen werde.
Durch eine passgenaue Lösung und deren Umsetzung brauchen Sie sich keine Sorgen mehr um Vorsorge, Absicherung und Vermögensaufbau machen. Lehnen Sie sich geruhsam zurück, in der Gewissheit sowohl für die Gegenwart als auch die Zukunft den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.
Sie sind überzeugt von meinen angebotenen Leistungen, dann nehmen sie doch einfach Kontakt zu mir auf. Nutzen Sie die Möglichkeit des Kontaktformulars auf der Webseite oder rufen Sie mich direkt an. Der Weg ist das Ziel, beschreiten Sie ihn lieber heute als morgen.
Portraitfoto von Sabine Winter
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Sabine Winter
Aktualisiert: 16. April 2023
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